Virenstämme verändern sich/ Genshift

Reglmäßig treten veränderte Virusinfektionen auf

Sucht man in der Vergangenheit und der Zukunft nach erneuten Ausbrüchen von Staupe, Tollwut, Parvorvirose usw. wird man immer fündig werden.

Trotz der damaligen Impfschematas, die unkritisch angewandt wurden, kam es immer wieder zu erneuten Ausbrüchen bzw. Epidemin und das trotz geimpfter Tiere.

Die Bevölkerung wurde aufgerufen schnellstens ihre Tiere impfen zu lassen, doch geholfen hat es nicht - so wie damals werden auch weiterhin diese viralen Erkrankungen immer wieder ausbrechen und zwar in veränderter Form.

Warum das so ist, kann man an dem Beispel erkennen.


Beispiel

Das Virus Genom besteht aus 8 Segmenten, die jeweils eine Erbinformation aus insgesamt 10 möglichen Peptiden ( Eiweissen) zusammenstellen.

Die Reproduktion und Vervielfältigung dieser Erbinformationen bewerkstelligt das Virus mit Enzymen, die es selbst mitbringt. Da diese Enzyme aber nicht sehr genau reproduzieren, kommt es sehr häufig zu Fehlern, die dann eine genetische Mutation des Virus hervorbringen. Man spricht hier von Gendrift.

Eine weitere Ursache für genetische Veränderungen ist die Fähigkeit des Virus, die benötigten Peptide auch von anderen Viren beziehen zu können. So bald nämlich die Reproduktion der Erbinformation, der RNA, des Virus innerhalb einer Wirtszelle beginnt, legt das Virus seine RNA sozusagen „als Reproduktionsschablone frei“. Danach kann nicht mehr unterschieden werden, woher die einzelnen Genomsegmente stammen. Sollten also mindestens zwei verschiedene Viren die gleiche Wirtszelle befallen haben, können ganze Genomsegmente der Viren untereinander getauscht werden. Dieser Effekt wird Genshift genannt.

Wenn bei diesen Veränderungen nun genau die Segmente betroffen sind, die die Eigenschaften der Oberflächenantigene Hämagglutinin und Neuraminidase bestimmen, besitzen die neuen Viren ganz andere antigene Oberflächeneigenschaften und man spricht dann von Antigenshift und Antigendrift.

Da der Wirtsorganismus aber bis dahin nur Antikörper gegen die ursprünglichen Viren bilden konnte, sind diese Antikörper gegen die neu entstandenen Viren wirkungslos und der Organismus muss erst neue Antikörper bilden. Bis dahin vermehrt sich das neue Virus, der Infizierte erkrankt und kann das neue Virus auf weitere Wirte übertragen, die dann, ebenfalls wegen fehlender Antikörper gegen das neue Virus, auch erkranken.
Quelle


Das Umfeld ist entscheidend


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