Spot On

Wer will schon Flöhe, Zecken, Milben und Würmer? Liebevoll möchten wir mit unseren Hunden kuscheln, schmusen, manche dürfen auch mit ins Bett. Gerade Mütter mit Kleinkindern achten besonders darauf, dass ihre Babys keine Parasiten durch das Haustier bekommen können.
Der Tierarzt gibt gerne Spot Ons, die man in den Nacken des Hundes träufelt.


Wie wirkt ein Spot On?

Wir tröpfeln unserem Haustier das Spot On in den Nacken. Der fettlösliche Wirkstoff wird in den Talgdrüsen gespeichert und in der Folge über mehrere Wochen mit dem Talg ins Fell und auf die Haut abgegeben. Die Poren der Haut sind diffusionsfähig - in beide Richtungen, so kann das Mittel aufgenommen werden. Das Gift gelangt so in den Blutkreislauf und verteilt sich im gesamten Organismus.
Heißt das, wir vergiften unseren Hund?

Die Hersteller erklären es mit folgenden Worten:


Wie wirkt FRONTLINE gegen Parasiten?

"FRONTLINE wirkt als Kontakt-Antiparasitikum. Das bedeutet, dass Flöhe und Zecken, die mit dem Wirkstoff im Fell oder auf der Haut des Tieres in Berührung kommen, zuverlässig abgetötet werden. Dies geschieht in der Regel, bevor die Parasiten Blut saugen. So ist sicher gestellt, dass kein weiterer Wirt, wie etwa der Mensch, befallen werden kann. Durch diese spezielle, abtötende Wirkweise reduziert FRONTLINE das Risiko einer Krankheitsübertragung."

Quelle


Das klingt doch prima, alle Schädlinge tot!

Im Wikipedia steht:


Wirkungsmechanismus

"Beim Parasiten gelangt Fipronil als Kontaktgift über das Exoskelett in dessen Zentralnervensystem. Dort hemmt es dieGamma-Aminobuttersäure (GABA) und damit den Einstrom von Chloridionen durch GABA-regulierte Chloridkanäle. Hierdurch entsteht eine tödliche Übererregung (Hyperexzitation) des Parasiten.

Die Hemmung der GABA erfolgt nur bei Wirbellosen; bei Säugetieren, Vögeln und Reptilien entfaltet das Mittel diesbezüglich keine vergleichbar starke Wirkung. Dennoch kann es auch für sie in relativ hohen Dosen tödlich werden. Bei bestimmten Produkten zugesetzte Bitterstoffe verhindern daher eine Vergiftung von Kindern und Haustieren."

Quelle


Also alles ungefährlich???
Selbst bei verschiedenen Auflistungen, die den Besitzer über Gifte informieren sollen, erscheinen Spot Ons:
Häufige Vergiftungen bei Hund und Katze | Tiermedizinportal



Floh- und Zeckenmittel für Hunde können für Katzen tödlich sein.

BVL warnt vor Verwechslungsgefahr bei "Spot-on-Präparaten"

Die Anwendung von für Hunde vorgesehenen Floh- und Zeckenmitteln kann bei Katzen zu deren Tod führen. Darauf weist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin hin. Für Katzen ungeeignet sind unter anderem die Präparate Exspot, Advantix spot on für den Hund, Preventic Permethrin und Fletic spot on, Vectra 3D sowie Activyl Tick Plus.

Floh- und Zeckenmittel für Hunde, die als sogenannte "Spot-on-Präparate" auf Nacken oder Schulter des Tieres geträufelt werden, enthalten Permethrin in einer hohen, für den Hund jedoch gut verträglichen Konzentration. Der Wirkstoff ist für Katzen lebensgefährlich, da sie den Stoff mangels eines entsprechenden Enzyms nicht abbauen können.

Die Zeitspanne zwischen dem Kontakt der Katze mit dem Wirkstoff und dem Auftreten von Vergiftungssymptomen ist abhängig von der Art der Aufnahme des Permethrins. Wird das Präparat ausschließlich auf die Haut aufgetragen, treten die Symptome erst bis zu drei Tage später auf. Leckt die Katze die Auftropflösung jedoch ab, so treten die Vergiftungserscheinungen bereits nach einigen Minuten oder Stunden ein. Typische Symptome einer Permethrinvergiftung sind unter anderem Zittern, starker Speichelfluss, Krämpfe und Erbrechen. Als "Erste-Hilfe-Maßnahme" sollte die aufgetragene Lösung sofort mit Wasser und einem mildem Shampoo abgewaschen werden. Anschließend muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Diesem sollten die Packungsbeilage oder Plastikampulle des Präparats vorgelegt werden. Je früher eine entsprechende Behandlung erfolgt, desto größer sind die Überlebenschancen des Tieres.

Das BVL erfasst Meldungen über das Auftreten von Nebenwirkungen nach dem Einsatz von Tierarzneimitteln. In diesem Rahmen werden seit Jahren auch Vergiftungsfälle von Katzen durch Permethrin beobachtet. Auf Initiative des BVL wurden die betroffenen Tierarzneimittel 2008 wieder verschreibungspflichtig, dürfen seitdem also nur durch Tierärzte abgegeben werden. Dies führte auch zu einer Abnahme der Vergiftungsfälle. Aktuell ist jedoch wieder ein Anstieg von Vergiftungsfällen durch versehentliche Fehlanwendungen durch den Tierhalter zu beobachten. Problematisch ist hierbei vor allem die Verwechslung der Hund- und Katzenpräparate, da auch permethrinfreie "Spot-on-Produkte" gegen Flöhe und Zecken für Katzen erhältlich sind. Dem BVL ist es daher sehr wichtig, Tierbesitzer auf die Verwechslungsgefahr hinzuweisen und zu sensibilisieren, um die Sicherheit im Umgang mit diesen Präparaten zu erhöhen.

Ausgabejahr
2014
Erscheinungsdatum
13.05.2014

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Pressestelle • Mauerstraße 39-42 • 10117 Berlin
Telefon: 030/18444-00211 • Telefax: 030/18444-00209
E-Mail: pressestelle@bvl.bund.dewww.bvl.bund.de

Pressesprecherin
Nina Banspach (V.i.S.d.P.)

Quelle


Es sterben nur die Parasiten?

Also doch nicht so ungefährlich? Leider NEIN!!!
Immer mehr Hunde/Katzen reagieren heftig auf diese Chemikalie, einige sind leider auch gestorben.

Eigentlich wird das in den Beipackzetteln erwähnt. Warum sind wir so erschrocken über diese "Nebenwirkung"? Ist doch ganz klar benannt:


"Überdosierung oder Vergiftung (Symptome, Notfallmaßnahmen, Gegenmittel):
Bei Vergiftungssymptomen (Speicheln, Tremor, Krampfanfälle) sind die Vitalfunktionen zu stabilisieren, z. B. durch Elektrolytinfusionen. Bei zentralnervösen Reaktionen kann der Einsatz von Atropin (gegen Speicheln) und Diazepam (bei Muskelkrämpfen und Zittern) oder Phenobarbital (bei wiederholt auftretenden Krampfanfällen) angezeigt sein. Eine Besserung tritt meist 24-36 Stunden nach der Behandlung ein.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Übermäßiger Hautkontakt beim Umgang mit dem Produkt oder bei Anwendung ist zu vermeiden, evtl. Schutzhandschuhe tragen.
Hände nach Gebrauch waschen.
Falls exspot® versehentlich in die Augen gelangt ist, diese gründlich mit Wasser ausspülen.
Bei der Anwendung von exspot® nicht essen, trinken oder rauchen."

Quelle


Spot On tötet Parasiten und Haustier?

Nein, natürlich nicht!
Es gibt auch Tiere, die diese latente Vergiftung verkraften. Zwar könnten sie später an den Folgeerscheinungen wie Epilepsie, Hauterkrankungen, Nierenerkrankungen, Nervenschädigungen, nur um einige zu nennen, erkranken.
Dein Tier kann sterben, erkranken - ABER es ist frei von Parasiten!


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