Was schützt den Hund, wenn wir nicht impfen?

Das Immunsystem

Alle Lebewesen haben ein Immunsystem. Dieses Immunsystem hat die Aufgabe, den Körper vor Krankheiten und Parasiten zu schützen.
Das muss ein Immunsystem erlernen.
Während der Welpe heranwächst und lernt, wie er sich in seinem neuen Umfeld benehmen muss, muss auch das Immunsystem lernen, Würmer, Parasiten und auch Krankheiten zu bekämpfen.

Lebt ein Hund in einem gesunden Umfeld, bekommt genügend Auslauf und artgerechtes Futter, kann sich sein Immunsystem entwickeln (genetische Defekte ausgeschlossen).

Wird das Immunsystem nun mit Wurmkuren und Impfungen bombardiert, geht es mächtig in die Knie, wehrt sich gegen die Chemie, die ihm injiziert bzw. verabreicht wird.
Hat es die Chemie einigermaßen verdaut, muss es tatsächlich wieder von vorne anfangen zu lernen, wenn nicht die nächste Chemiekeule schon wartet.

Impfstoffe

Schauen wir uns einmal die Beipackzettel der Lebendimpfstoffe an:

Gebrauchsinformation Virbagen canis SHAP [19 KB]

Gebrauchsinformation Eurican SHP [20 KB]

Auf beiden Beipackzetteln kann man lesen, dass von "maternalen Antikörpern" gesprochen wird.
Maternale Antikörper: Ein neugeborener Welpe bekommt durch seine Mutter (Plazenta und Muttermilch) Antikörper (maternale Antikörper), die den Welpen vor Erkrankungen schützen.

Wir wissen, dass viele Kinderkrankheiten nach Ansteckung nicht noch einmal ausbrechen können, weil das Immunsystem mit Hilfe der Gedächtniszellen Antikörper abgespeichert hat.
Manche Kinder bekommen aber keine Kinderkrankheiten oder diese nur sehr schwach - warum ist das so?
Wenn die Mutter dem Kinde genügend Antikörper mitgibt, kann das Immunsystem sich auch an diesen Schutz erinnern? Fachleute behaupten "Nein", maternale Antikörper sind passiv und werden nicht von den Gedächtniszellen abgespeichert. Merkwürdigerweise wird diese wissenschaftliche Grundlage in Frage gestellt, wenn man erlebt, dass ein Tier absolut immun gegen eine Krankheit xy ist, es nie geimpft wurde, aber die Mutter diese Krankheit intensiv durchlebt hat...

Und wie ist das bei den Hunden?

Genau so - wenn der Welpe über die Plazenta, die Muttermilch genügend Antikörper bekommen hat, hat er einen gewissen Schutz. Diesen kann man sogar bei den Welpen nachweisen, indem man den Titer bestimmen lässt. (Das kann jeder Tierarzt machen lassen.) Doch auch dieser Schutz über die Mutter soll nur passiv sein - danach soll der Welpe durch sein eigenes Immunsystem einen Schutz aufbauen...


Titerbestimmung Staupe 


Da steht nun schwarz auf weiß, dass der Welpe Antikörper hat.
Wir wissen, wenn Antikörper schon vorhanden sind, speichern diese die Gedächtniszellen und stehen bei Infektion zur Verfügung. Ist das bei den maternalen Antikörpern wirklich nicht der Fall?

Und warum impfen wir trotzdem???

Nun kommt die Antwort:

Mit 16 - 20 Wochen (manchmal sogar länger) kann man bei ungeimpften Hunden keinen Titer mehr feststellen.
Dieser sei erst wieder nachzuweisen, wenn geimpft wurde. Das ist so, weil die maternalen Antikörper nur ein vorübergehender Schutz sind, danach wären die Welpen schutzlos den Krankheiten ausgeliefert.

Stimmt das...?

Warum soll das Immunsystem einen Antikörpertiter vorweisen, wenn der Hund doch gesund ist?
Da muss erst einmal wieder was Krankes injiziert werden und dann reagiert das Immunsystem selbstverständlich sofort.
Und das ist dann erst der aktive Schutz...?

Bei einem erwachsenen Menschen, der als Kind Windpocken hatte, kann man heute auch keinen Windpocken-Titer nachweisen...

Bisher konnte ich noch nirgends nachlesen, wo steht, dass unsere Tiere nach Abbau der maternalen Antikörper alle erkranken.

Wäre es nicht wichtig nachzuforschen, warum einige "ungeimpfte Welpen" ihr Leben lang gesund geblieben sind? Hatten die einfach nur Glück oder was sorgt dafür, dass diese Welpen geschützt sind?


Der nachfolgende Text ist aus Catherine O'Driscolls
neuem Buch "Canine Health Census Vaccine Survey"
Kapitel 11 entnommen: Impfen bei Hunden - Infosammlung [452 KB] .


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